Plate

Ein realer Plattenhall besteht aus einer großen Metallplatte (oft 0,5 bis 1m² oder mehr), die von einem Magnet- und Spulensystem (ähnlich einem Lautsprecher) zur Bewegung gebracht wird. Die Platte ist i.d.R. auf einem Stahlrahmen elastisch durch Federn aufgehängt, so dass sie weitgehend frei schwingen kann (wobei verschiedene Arten zur Dämpfung und somit zur Verringerung der Nachhallzeit möglich sind). Auf der Hallplatte sind an verschiedenen Stellen sog. Abgriffe (engl. Taps) angebracht (Tonabnehmer, ähnlich denen einer Gitarre). Mehrere dieser Abgriffe werden zu einem komplexen Gesamtsignal kombiniert. Gewöhnlich arbeiten Hallplatten in Mono, d.h. ein etwaiges Stereosignal wird summiert auf die Platte gegeben. Ein (pseudo-)stereophones Signal entsteht einzig durch die Kombination der Taps und ihrer Lage auf der Platte.
Echte Hallplatten finden heute nur noch selten Anwendung und sind fast gänzlich durch Softwaresimulationen abgelöst. Der Grund für die ungebrochen hohe Popularität des Sounds liegt insbesondere im sehr dichten Klang (hohe Diffusion), es sind keine diskreten Echos hörbar. Damit eignen sie sich hervorragend für perkussives Material. Bei Gesang sorgt ein Plate Reverb für einen schmeichelnden 'Wohlfühl-Effekt'. Die etwas 'metallischen' Resonanzen einer Platte können gewinnbringend für einen 'Vintage'-Effekt genutzt werden.

  • Plate A: klassische Hallplatte, hohe Diffusion, Ansprache recht 'dunkel' und 'schwer', leichte Panorama-Effekte, für chorus-ähnliche Schwebungseffekte in der Tonhöhe modulierbar
  • Plate B: Hallplatte ähnlich A, aber eher heller Charakter, direktere Ansprache, ausgeprägtere Resonanzen, ausgeprägterer Vintage-Charakter.

Retro

Wie bereits oben angedeutet, besitzt VariVerb Pro neben der realistischen Erzeugung von Raumeindrücken auch 'vintage'-artige Algorithmen, die in vielen Hardware-Hallgeräten namhafter Hersteller bis heute arbeiten. Die verwendeten Verfahren zielen bereits zu Beginn der Hallphase auf eine möglichst hohe 'Dispersion' des Signals und erzeugen ein dichtes, breites Klangbild. Dies ist alles andere als realistisch, zumal diskrete Reflexionen höchstens als 'Flatterechos' auszumachen sind, aber der Sound ist oft ideal, wenn es um Durchsetztungskraft und den vordergründigen 'Effekt' geht. In der Vergangenheit haben diverse Hersteller versucht, den mangels Speicher oft sehr kurzen Wiederholungsschleifen und statischen Muster mittels Modulationen beizukommen. Dabei entsteht ein Schwebungseffekt, der wiederum viel zum Charme dieser Algorithmen beiträgt.

  • Retro Room: klassischer Raumeffekt im Stil bekannter Hardware-Hallgeräte aus den 80ern/90ern. 'Künstlichere' Algorithmen als die vorgenannten Verfahren. Der Vintage/Retro-Charakter steht hier im Vordergrund, definitiv ein 'Effekt'-Hall.
  • Retro Hall: Erzeugungsart wie Retro Room, aber hier als klassischer Saaleffekt mit entsprechendem Reflexionsmuster. Dichte, 'wolkenartige' Hallfahne